Ballooning mit 113 Heißluftballonen

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Ballooning, Heißluftballonfahrt, Heißluftballon, Ballonfestival, Bristol

Ballooning, neudeutsch für eine Heißluftballonfahrt, ist faszinierend.


Ballooning in einem Massenstart mit
113 Heißluftballonen läßt die Endorphine tanzen!

 

"The smoke is green, we are going off", schallt es aus den Lautsprechern der International Balloon Fiesta in Bristol. Die hoffnungsvoll erwartete Entscheidung der Jury wird von den Zuschauern mit einem erleichterten Aufschrei und Applaus begrüßt. Hier wird kein neuer Papst gewählt, vielmehr signalisiert die Farbe des Rauches, was aufgrund von Wind (spürbar mehr als 20 km/h erlauben keine sicheren Starts und Landungen mehr) und Wetter (Regen macht die Ballone zu schwer) für die Heißluftballon-Piloten heute möglich ist:

 

Roter Rauch bedeutet, es geht gar nichts; gelber Rauch verspricht am Boden festgehaltene Heißluftballone und grün heißt, wir steigen auf in einem Massenstart mit 113 weiteren Heißluftballonen über Bristol. Ballooning at it´s best!

... und wer es gar nicht mehr abwarten kann, startet gleich hier sein Ballooning-Abenteuer


Ballooning - harte arbeit vor dem start im heißluftballon

Mein Wecker klingelt um halb fünf und eine knappe Stunde später erreiche ich in der ersten Morgendämmerung den Startplatz der "37. International Balloon Fiesta" im Park von Ashton Court. Schon zu dieser frühen Stunde strömen unzählige Ballonfans mit ihren Decken, Picknickkörben und Champagnerflaschen hinaus zum Festplatz vor den Toren von Bristol. Die ersten Buden öffnen für ein deftiges englisches Frühstück und einen wachmachenden Kaffee. Die Piloten und ihre Ballooning-Teams bereiten bereits den Start vor. Eine Vielzahl von schlaffen Ballonhüllen ist über die mehrere Fußballfelder große Startwiese ausgebreitet. Immer weitere Landrover mit dem eigenen Fluggerät auf dem Trailer umkurven vorsichtig die ausgelegte Ballonseide. Von außen erscheint es mir als wirres und unkoordiniertes Vorgehen, dabei hat jeder Pilot seine Startfläche genau zugeteilt bekommen.

Nach dem Briefing der Piloten wird es hektisch auf dem Spielfeld, als gelte es das "inflation race" zu gewinnen. Die Brenner fauchen wie Drachen und die Windmaschinen heulen angetrieben von ihren Dieselmotoren los. Zunächst wird kalte Luft in die Ballonhülle geblasen. Nigel - der Engländer ist seit 25 Jahren Berufspilot und hat von Neuseeland bis zur Serengeti schon alles von oben gesehen - steigt in die flatternde Hülle hinein und prüft, ob sich die über 300 kg Stoff richtig entfalten.

 Danach streift Nigel die dicken Handschuhe über und wirft den Flammenwerfer an, um die Luft zum Auftrieb des Heißluftballons zu erwärmen. Die Hitze schießt mir ins Gesicht,

da ich an einer Seite die Hülle offenzuhalten habe.

Der Lärm um mich herum läßt nur noch geschrieene Kommandos zu, da mehr als 100 Teams gleichzeitig ihre Windmaschinen rotieren lassen und die Brenner zu feuern beginnen. Während einige Flughüllen noch schlaff am Boden liegen, gewinnen andere prall werdend langsam an Gestalt und wie in Zeitlupe erhebt sich Nigel´s "A-Gas"- Heißluftballon vom Boden und richtet den Korb auf.

Ballooning - umjubelter start der heißluftballonfahrt

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Erste Heißluftballone steigen unter dem Jubel der Zuschauer - mehr als 100.000 werden an den vier Tagen gezählt - hinauf in den Morgenhimmel. Wir sind acht Passagiere und klettern rasch in unsere nach Gewichtskriterien vorher festgelegten Korbabteile. Ich wippe locker in den Knien und nehme meine Startposition in den Wind schauend ein, damit ich bei einem unerwarteten Umstürzen des Korbes nicht auf das Gesicht schlage. Die Seile, mit denen der immer stärker aufstrebende Heißluftballon noch am Landrover befestigt ist, werden gelöst und fast unmerklich steigen wir auf.

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Eben noch waren wir eingezwängt in ein Gewimmel wogender Ballonhüllen nun

 

wird der Blick frei auf eine unvergleichliche Szenerie mit noch Dutzenden Heißluftballonen in den Startvorbereitungen am Boden.

 

Unter, über und neben uns starten weitere Ballooning-Teams ihre Fahrt und wo ich auch hinschaue, schweben bunte Flugkörper im jetzt sattblauen Himmel über Bristol.

 

 

Ballooning ist eine fahrt - kein flug! - im heissluftballon

Ich bin glücklich, frühzeitig eine der raren Mitfahrgelegenheiten ergattert zu haben. Obwohl über 100 Ballooning-Teams am Festival teilnehmen, bieten nur wenige Teams eine Mitfahrgelegenheit für zahlungswillige Passagiere im Heißluftballon an.

... starten Sie hier Ihr eigenes Ballooning-Abenteuer


Die große Mehrheit der Piloten befördert Markennamen oder auch politische Botschaften (ein Heißluftballon in den Nationalfarben von Tibet) auf behaltenswerte Weise über und in die Köpfe der Menschen. Und es funktioniert. Wo immer wir auftauchen, gehen die Blicke der Passanten nach oben, legen den Kopf in den Nacken und zücken ihre Mobiles für ein Foto der besonderen Art, wenn wir nur knapp über die Dächer und Schornsteine hinweggleiten. Einprägsamer, schöner und freundlicher lassen sich Werbebotschaften kaum platzieren.

ballooning - ´runter kommen sie alle ...

Die Landung ist bei allem, mit dem man fliegt, am aufregendsten. In der Flugkarte auf Nigel´s ipad sind die Gegenden eingekreist, wo sich eine Landung nicht empfiehlt - die dortigen Farmer haben "schlechte Laune". Wir spotten von weitem eine Weide mit großer Landezone und prüfen durch unsere Teleobjektive, ob Hindernisse das Areal blockieren. Ganz sicher wollen wir bei den Stromleitungen gehen und - wenngleich Bristol zur "European Green Capital 2015" gekürt wurde - können wir keine Windräder ausmachen.

Wir sinken langsam und kontrolliert hinab und erhalten jetzt erst einen prickelnden Eindruck von der zügigen Geschwindigkeit über Grund.

Wir huschen knapp über eine Hecke, die die Wiesen dicht einfassen und vor dem ewigen Wind von der Keltischen See schützen, und setzen sportlich - will meinen: hart - auf. Unser Heißluftballon verspürt jedoch noch keine Lust, seine Fahrt zu beenden und die Luft rauszulassen, sondern schwingt sich wieder leicht empor und wir holpern und hüpfen im Weidekorb über die Wiese. Ich blicke gegen die Fahrtrichtung, um so am ehesten einem umstürzenden Korb nach der Landung unbeschadet entsteigen zu können.

Dennoch sehe ich mit einem Blick über meine Schulter die nächste Hecke und einen davor verlaufenden Stacheldrahtzaun bedrohlich nahe kommen.

Ein langgezogenes Fauchen des Brenners zeigt uns an, daß Nigel die Gefahr früh genug erkannt hat und heizt der Ballonhülle noch einmal kräftig ein. Wir steigen schnell genug auf, lassen den Zaun unbeschadet unter uns zurück und nehmen die nächste Wiese ins Visier. Nur einmal hat sich der Heißluftballon uns widersetzt und wir setzen jetzt sanft auf.

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Nigel öffnet mit einem Seil eine Stoffluke an der Spitze des Heißluftballons und die warme Luft entweicht. Die eben noch prächtige, straffe Nylonhülle schrumpelt langsam zusammen und fällt lautlos ins Gras. Wir klettern aus dem Korb, während über uns mehr und mehr Heißluftballone auf der Suche nach einem sicheren Landeplatz hinwegschweben.

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Die uns am Boden gefolgten Teamfahrzeuge werden per Funk zu unserem Landeplatz dirigiert und haben einige Mühe, den Eigentümer der Wiese ausfindig zu machen. Die Farmer erwarten nach einer Landung auf ihrem Land ein paar Flaschen Bier oder eine Flasche Whisky als "Entschädigung" für die Spuren, die Heißluftballon und Landrover im Gras hinterlassen. In diesen Tagen des Festivals ein einträgliches Geschäft für die Landbesitzer, die sich keine Landung entgehen lassen.

 

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Ballooning - heißluftballone tanzen im himmel

Haben wir nicht schon als Kinder mit großem Stolz unseren Luftballon, vorsichtshalber zweimal um das Handgelenk gebunden, vom Jahrmarkt nach Hause geführt? Meistens entwischte uns der Luftballon dann doch in einem unaufmerksamen Moment und stieg in den Himmel hinauf. Nach den ersten Tränen schauten wir ihm gebannt hinterher und kniffen die Augen zusammen, um den Luftballon nur ja nicht zu früh aus dem Blick zu verlieren. Dabei sannen wir darüber nach, was wohl von dort oben zu sehen sein mag und wo unser Luftballon landen würde.

Vermutlich verfolge ich deshalb noch immer jeden Heißluftballon am Himmel mit Neugier und Freude.

Und so erkläre ich mir meine Glücksgefühle beim Anblick dieser Bilder: Unter den Klängen von "Tubular Bells" von Mike Oldfield heben die bunten Heißluftballone die Schwerkraft scheinbar mühelos mit heißer Luft auf und erscheinen am Himmel gleich aufgehängten Lampions oder kreisenden Planeten. Es geht wild durcheinander, es gibt große und kleine, leuchtende und matte und manche bewegen sich schneller als andere. Einige drehen sich um die eigene Achse, andere steigen hoch hinauf. Wieder andere können nicht voneinander lassen, berühren sich und fahren gemeinsam gen Horizont.


ballooning - das besondere Foto von unterwegs

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Der Winter kehrt schon wieder mitten im August in Bristol ein! Keine schlechte Überraschung, wenn plötzlich ein riesiger Heißluftballon auf dem gepflegten englischen Rasen landet und die Besatzung nach einer heißen Tasse Tee fragt.


Dieser Reisebericht entstand nach einer Reise im August 2015.

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