NDR Radiophilharmonie hautnah | Lauschangriff

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NDR Radiophilharmonie, Hannover, Förderkreis
Joachim Werren - 1. Vorsitzender der "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" begrüßt Musiker und Mitglieder zum ersten "Meet and Great"

Hand auf´s Herz - wer mag es schon, wenn einem bei der Arbeit zugeschaut wird. "Mithelfen oder Weitergehen", rufen wir gern dem "Voyeur" zu, insbesondere dann, wenn wir noch nicht perfekt in der Ausführung sind.

 

Deshalb ist es ein Privileg, dass die "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" den Musikern der NDR Radiophilharmonie bei ihrer Probenarbeit zuhören dürfen.

 

Weit über hundert Mitglieder des in diesem Jahr neu gegründeten Förderkreises sind der Einladung zum ersten "Meet and Greet" mit dem Orchester gefolgt und besonders gespannt auf den persönlichen Austausch mit den Orchestermusikern. Aber vor dem Vergnügen kommt die Arbeit!

Heute abend steht die Fortsetzung der Probenarbeit an der 6. Sinfonie von Sibelius auf dem Plan. Über deren Aufführung - einige Tage später - wird Stefan Arndt in der HAZ schreiben, dass das Orchester sie "engagiert und detailscharf zum Klingen bringt".

Aber welche Vorbereitung steckt dahinter, damit Publikum und Kritiker

zufriedengestellt werden?

NDR Radiophilharmonie, Hannover, Manze
Andrew Manze bei der Probenarbeit

"Wir haben stets zu wenig Zeit" (für dir Probenarbeit), bedauert Andrew Manze einleitend, und gibt dem Förderkreis dennoch ein paar Hintergrundinformationen. Danach muß man sich Sibelius (gilt als finnischer Nationalkomponist) als einen eher introvertierten Menschen vorstellen, dessen Kompositionen u.a. in einem abgeschiedenen, von der wirtschaftlichen Depression gekennzeichneten Finland der 1920er Jahre entstanden. Nachdem er vom finnischen Staat eine Ehrenpension auf Lebenszeit erhielt, veröffentlichte er kein Werk mehr.

 

"Don´t pay the musicians", ergänzt Manze daraufhin trocken.

 

Sibelius hatte in Deutschland lange Zeit einen schweren Stand, erzählt Manze weiter, nachdem Adorno 1936 in seiner "Glosse über Sibelius" ätzte, in der Musik des Finnen klänge zwar "alles Einzelne alltäglich und vertraut", die Motive aber seien in einen sinnlosen Zusammenhang gebracht". "The most worse music in the world", schlossen sich andere Kritiker Theodor W. Adorno an, erläutert Manze auch auf seinem Video-Blog. Heute wird Sibelius als hochaktueller Komponist geschätzt - wen haben wir nicht schon alles in diesem Land unterschätzt?

Jetzt muß aber endlich geprobt werden. Manze ist heute "verkabelt", so dass wir die Kommunikation mit seinen Orchestermusikern gut verfolgen können. Wir erleben keinen "Debattierclub", keinen basis-demokratischen Stuhlkreis. Manze dirigiert, hört zu und erklärt dann einzelnen Stimmgruppen, wie er sich die Interpretation von Sibelius wünscht.

 

Schon die Unterschiedlichkeit im Anfang klingt selbst für mich als Laien frappierend:

 

Im ersten Durchlauf klingt Sibelius romantisch, schön, fast wohlgefällig; nach Manze´s Korrekturen viel ernster, melancholischer.

 

Was für ein Effekt!

Und so geht es weiter.

Manze spricht von einem "stream of consciosness" (Bewußtseinsstrom) -

 

"we follow an idea, we don´t create it".

 

Er singt und summt die gewünschten Tempi und Crescendos vor, will einen anderen Akzent der Violinen und bestätigt den Oboen, dass sie den Unterschied für den Sound ausmachen. Selbst am Pizzicato wird gefeilt und mir scheint es, als ob er großen Wert auf die Übergänge von den lauten zu den leisen Passagen legt, die im Publikum ganz besonders wahrgenommen werden. Plötzlich kommt Unruhe auf in den hinteren Reihen der Violinen. Ein vorgezogenes Pausengespräch? Natürlich nicht! Es scheint einen Fehler in der Partitur zu geben - fehlt gar eine Note? In jeder Managementliteratur wird empfohlen, gute Lösungen der Mitarbeiter sofort zu honorieren; "Take a rest the week off", kommt es prompt vom Podium. "Three barrs before P", wird die Probenarbeit fortgesetzt und bald auf morgen vertagt.


NDR Radiophilharmonie, Hannover,
Musiker der NDR Radiophilharmonie spielen zur Begrüßung der "Freunde & Förderer"

Denn heute abend freuen wir uns auf das erste persönliche Kennenlernen mit den Orchestermusikern. Mit einem Gläschen in der Hand erfahre ich so manches Wissenswerte: Nicht nur das Konzertpublikum schaut sich die Orchestermusiker an,

 

auch die Orchestermusiker beobachten vor Konzertbeginn aufmerksam die Zuschauer.

 

Wirken sie gelangweilt, spielen sie mit ihren Handys oder ist eine freudige Erwartungshaltung spürbar? Liebes Konzertpublikum, unsere Körpersprache hat also einen Einfluß auf das Gelingen des Abends!

Vom Cellisten Carsten Jaspert erfahre ich viel über die Joseph-Joachim-Akademie und über die Ängste der jungen Musiker beim Vorspielen. Auch in diesem Kontext wird es eine Unterstützung durch den Förderkreis geben. Ein rundum gelungener Abend endet natürlich mit Musik.

ndr radiophilharmonie | lasst uns freunde werden!

Unter diesem Motto bieten die "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" die seltene Gelegenheit zu hautnahen Einblicken in die Arbeit eines Orchesters. Ich bin schon sehr gespannt auf die verschiedenen Aktivitäten und wir haben schon einmal vorausschauend im Wohnzimmer Platz gemacht für das zu verlosende Hauskonzert mit Musikern der NDR Radiophilharmonie - man weiss ja nie ...

Die "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" haben sich sehr viel für ihre Mitglieder vorgenommen. Ich erzähle in meinem Blog, was wir so mit der NDR Radiophilharmonie in diesem Kreis erleben:

  • "Meet-and-Greet" mit dem Chefdirigenten Andrew Manze
  • Hör-Erlebnisplätze mitten im Orchester
    (Ich wollte schon immer mal erfahren, wie eigentlich ein Musiker im Orchester ein Stück wahrnimmt und wie er mit der Lautstärke auf Dauer zurechtkommt)
  • Probenbesuche mit Werkstattgesprächen
  • Blick hinter die Kulissen
  • Exklusive Live-CD und
  • besonderes Kartenvorkaufsrecht für ausgewählte Konzerte

Berliner Philharmoniker | Karten bekommen

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Berlin, Philharmonie, Berliner Philharmoniker, Programm, Karten

Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit und die heisst hier, sich gut vorbereitet um Karten zu bemühen. Es ist oftmals schwer, für die Berliner Philharmoniker Karten zu bekommen.

 

Die Berliner Philharmoniker kennen vier Starttermine für den Vorverkauf - jeweils sonntags um 8 Uhr morgens im Internet. Für die Saison 2017/2018 sind dies der

 

  • 21. Mai 2017

  • 03. September 2017

  • 03. Dezember 2017 und

  • 04. März 2018

Ich empfehle Ihnen folgendes Vorgehen, um erfolgreich zu sein (... schnappen Sie mir bloß nicht meine Karten weg!):

 

  • Einige Tage vorher die Registrierung für das Kartenportal abschließen

  • vorher die gewünschten Konzerte nach Prioritäten sortieren und den eigenen Kalender auf freie Termine checken

  • früh morgens die Sonntagsbrötchen holen und um 07:55 Uhr am Vorverkaufstag alle PC und Tablets am laufen haben

  • auf allen verfügbaren Geräten einloggen und die Kreditkarte griffbereit halten

  • sich nicht bei den heiß begehrten Konzerten erfolglos festbeissen und am Ende gänzlich leer ausgehen

Ich wünsche Ihnen dabei viel Glück und habe noch einen, nein zwei letzte EXTRA-TIPPs für Sie:

 

  • Als Sitzplätze kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung die Bereiche "A", "B", "C" und "D" uneingeschränkt empfehlen. Den Bereich "F" halte ich ebenfalls für eine sehr gute Wahl. Auch der Bereich "E" ist ok, aus meiner Sicht sollten Sie " E - rechts" bei Orgelkonzerten meiden. Den Bereichen "G", "H" und "K" stehe ich skeptisch gegenüber.
  • Aller Voraussicht nach wird der 04. März 2018 der heisseste Vorverkaufstermin der letzten Jahre bei den Berliner Philharmonikern werden aufgrund des Abschieds von Sir Simon Rattle. Sofern Sie Rattle ganz sicher noch einmal mit den Berliner Philharmonikern erleben wollen, sollten Sie deshalb auch einen der früheren Konzerttermine im Jahr mit Rattle (Empfehlungen dazu in meinem Blog: Berliner Philharmonie | Programm) ins Auge fassen.

 

Viel Erfolg beim Kartenkauf wünscht Ihnen InsWeite - Reisen.

NDR Radiophilharmonie hautnah | Mozart auf Probe

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NDR Radiophilharmonie, Hannover, Manze
Andrew Manze begrüßt die Mitglieder der "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" zur Orchesterprobe

 

Führen mit einem Lächeln

 

scheint eine der Gaben von Andrew Manze zu sein. Immer wieder schenkt er einzelnen Stimmgruppen bei der Orchesterprobe zum Klavierkonzert von Mozart mit dem Solisten Alexandre Tharaud am Klavier ein Lächeln, sobald eine wichtige Passage gut gemeistert wurde. Die heutige Probe ist die einzige Gelegenheit, bei der sich die NDR Radiophilharmonie und der Solist miteinander einspielen können. Für diesen Moment haben alle Musiker eine Menge Vorarbeit investiert. Dirigent und Pianist verhandeln in einer Klavierprobe die jeweils eigenen Vorstellungen des Stückes und verständigen sich über das Zusammenspiel von Orchester und Klavierstimme.

NDR Radiophilharmonie, Manze, Hannover
Sebastian Maas, Cellist der NDR Radiophilharmonie, beantwortet nach der Probe die Fragen der Mitglieder des Förderkreises

"Für das Orchester ist das nicht so einfach, wenn sich Dirigent und Pianist nicht so mögen", erzählt Cellist Sebastian Maas nach der Probe - zum Glück fügt sich heute alles wunderbar gut und rasch zusammen. Dies beruht auch auf der guten Übungsarbeit jedes einzelnen Orchestermitgliedes. Jeder Musiker trainiert täglich zu Hause seine Spielfertigkeit mit Etüden und Kammermusik, die speziell für sein Instrument geschrieben wurden. Es wird also längst nicht nur das aktuell zur Aufführung kommende Stück "rauf und runter" geübt. Separate Stimmproben innerhalb der einzelnen Instrumentengruppen sind dagegen selten. "Idealerweise erscheinen wir zur ersten Probe so, dass wir das Musikstück in jedem Tempo und in jeder Lautstärke spielen können", erklärt Sebastian Maas und ergänzt, wie wichtig es ist, dann aufmerksam zuhören zu können, um bestmöglich auf den Solisten einzugehen.

NDR Radiophilharmonie, Manze, Hannover
Sophie Pantzier, Violinistin der NDR Radiophilharmonie, gibt nach der Probe für die Mitglieder des Förderkreises einen Einblick in die Orchesterarbeit

Der Chefdirigent formt und entwickelt sein Orchester in den regelmäßigen Orchesterproben. Die Orchestermusiker sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Andrew Manze, da er sich nicht zufrieden gibt, wenn es gut klingt, sondern auch immer eine Weiterentwicklung anstrebt. Besonders intensiv beschäftigt sich Manze, selbst früher Violinist, naturgemäß mit den Violinen. "Er hat hier ganz genaue Vorstellungen zum Beispiel über Auf- und Abstriche und Pausen", berichtet Sophie Pantzier, die in der Gruppe der ersten Violinen spielt und diese besondere Zuwendung schätzt. Offenbar übernimmt hier Andrew Manze auch Aufgaben, die anderswo an den Konzertmeister delegiert werden.

Nachdem das Klavierkonzert einmal komplett durchgespielt wurde - für mich als Musiklaien schon in erstaunlich guter Form - beginnt Andrew Manze mit seinen Korrekturen und Verbesserungs-vorschlägen. Sehr verbindlich erläutert Manze für bestimmte Takte seine Vorstellungen, die er mal vorsummt, mal den Dirigentenstab wie ein Blasinstrument nutzt und mal bildhaft seine Idee erläutert. Die Kommunikation erfolgt auf Englisch, "wie mittlerweile wohl in fast allen deutschen Orchestern", wie Sophie Pantzier bestätigt.

Die Arbeitsatmosphäre ist konzentriert, die Musiker machen sich individuelle Eintragungen in ihren Partituren und radieren ältere Hinweise aus. Einzelne Passagen werden wiederholt und die vorher besprochenen Stellen von Andrew Manze mimisch und gestenhaft unterstrichen. Mir erscheint es so, als ob er hier auch optische "Anker" setzt, an die sich die Musiker am Konzertabend wieder erinnern können. Denn jetzt steht nur noch die Einspielprobe unmittelbar vor dem öffentlichen Auftritt zwischen Probenarbeit und Aufführung.


Ich bin mir sicher, Andrew Manze wird viel Gelegenheit zum Lächeln finden.

ndr radiophilharmonie | lasst uns freunde werden!

Unter diesem Motto bieten die "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" die seltene Gelegenheit zu hautnahen Einblicken in die Arbeit eines Orchesters. Ich bin schon sehr gespannt auf die verschiedenen Aktivitäten und wir haben schon einmal vorausschauend im Wohnzimmer Platz gemacht für das zu verlosende Hauskonzert mit Musikern der NDR Radiophilharmonie - man weiss ja nie ...

Die "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" haben sich sehr viel für ihre Mitglieder vorgenommen. Ich erzähle in meinem Blog, was wir so mit der NDR Radiophilharmonie in diesem Kreis erleben:

  • "Meet-and-Greet" mit dem Chefdirigenten Andrew Manze
  • Hör-Erlebnisplätze mitten im Orchester
    (Ich wollte schon immer mal erfahren, wie eigentlich ein Musiker im Orchester ein Stück wahrnimmt und wie er mit der Lautstärke auf Dauer zurechtkommt)
  • Probenbesuche mit Werkstattgesprächen
  • Blick hinter die Kulissen
  • Exklusive Live-CD und
  • besonderes Kartenvorkaufsrecht für ausgewählte Konzerte

NDR Radiophilharmonie hautnah | Klassik-Open-Air

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Quelle: NDR
Quelle: NDR

Ich hätte die verzweifelte "Gilda" in den Arm nehmen oder ihr doch wenigstens mein Jacket über die Schultern legen sollen.

Doch da war "Gilda" schon zwischen den Zuschauerreihen verschwunden und mir blieben irritierte Blicke meiner Frau erspart. Die fesselnde Sopranstimme von Jungstar Nadine Sierra und ihre großartige Ausstrahlung waren ein Höhepunkt der gestrigen "Rigoletto"-Generalprobe zum vierten Klassik-Open-Air im Maschpark hinter dem Neuen Rathaus. Obwohl die NDR Radiophilharmonie wetterbedingt noch unmittelbar vor der (wohl ausverkauften) Generalprobe ihre Probenarbeit fortsetzen mußte, überzeugte und überraschte mich zugleich die Güte der konzertanten Opernaufführung. Alle Stimmen waren hervorragend besetzt und der aus norddeutschen Opernchören zusammengesetzte Chor bot eine exquisite Leistung. Frisch und beschwingt hielt Keri-Lynn Wilson alle Fäden in der Hand und brachte die sehr gute Qualität der NDR Radiophilharmie voll zur Geltung. Man sah den Musikern beim Abtritt von der Bühne an, wieviel Energie und Konzentration ihnen diese Aufführung abverlangt hatte.

Wie unnötig wirkte rückblickend die Diskussion um die eingerüstete Fassade des Neuen Rathauses. Mit viel Kreativität und geschickter Lichtregie entstand ein wunderbares Farbenspiel im Hintergrund.

 

Somit alles gut? Nicht ganz! Ich kann einfach nicht verstehen, warum Hunderte von Zuschauern die Vorstellung mit dem letzten Ton fluchtartig verlassen - kurz im Gehen klatschend, ohne die Künstler auf der Bühne noch eines Blickes zu würdigen - ist das die angemessene Wertschätzung für eine künstlerisch hervorragende Leistung?


"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah",

so könnte ich überschreiben, wie wir in den Genuss dieser Oper gekommen sind. Seit Jahren erfreuen wir uns klassischer Musik (lesen Sie gern auch in meinen Blogbeiträgen über die Elbphilharmonie, den Pierre Boulez-Saal und die Berliner Philharmonie), worüber das Konzertleben in Hannover ein wenig in den Hintergrund rückte. Ein Artikel der HAZ über den neu gegründeten Verein "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" weckte mich auf, zumal den ersten fünfzig Neumitgliedern Karten für eben diese Rigolette - Generalprobe winkte. So trafen wir im Gartensaal des Neuen Rathauses mit den anderen Schnell-Entschlossenen zusammen und knüpften erste Kontakte. Die "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" sorgten für eine nette Bewirtung und Joachim Werren, der 1. Vorsitzende, berichtete erfreut über bereits mehr als 100 Mitgliedschaften in diesem noch jungen Förderkreis.

Quelle: NDR
Quelle: NDR

ndr radiophilharmonie | lasst uns freunde werden!

Unter diesem Motto bieten die "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" die seltene Gelegenheit zu hautnahen Einblicken in die Arbeit eines Orchesters. Ich bin schon sehr gespannt auf die verschiedenen Aktivitäten und wir haben schon einmal vorausschauend im Wohnzimmer Platz gemacht für das zu verlosende Hauskonzert mit Musikern der NDR Radiophilharmonie - man weiss ja nie ...

Die "Freunde & Förderer der NDR Radiophilharmonie" haben sich sehr viel für ihre Mitglieder vorgenommen. Ich werde zukünftig an dieser Stelle in meinem Blog berichten, was wir so mit der NDR Radiophilharmonie in diesem Kreis erleben:

  • "Meet-and-Greet" mit dem Chefdirigenten Andrew Manze
  • Hör-Erlebnisplätze mitten im Orchester
    (Ich wollte schon immer mal erfahren, wie eigentlich ein Musiker im Orchester ein Stück wahrnimmt und wie er mit der Lautstärke auf Dauer zurechtkommt)
  • Probenbesuche mit Werkstattgesprächen
  • Blick hinter die Kulissen
  • Exklusive Live-CD und
  • besonderes Kartenvorkaufsrecht für ausgewählte Konzerte

Elbphilharmonie - Programm | 7 Tipps zur Konzertauswahl

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Am 12. Juni 2017 startet der große Vorverkauf der Einzeltickets für die Konzertsaison 2017/18 in der Elbphilharmonie. Nachdem schon die Nachfrage nach den Abonnements enorm hoch war - einige sind bereits ausgebucht, für andere werden die Zusagen ausgelost - erwarte ich auch einen "run" auf die Einzeltickets. Obwohl die Elbphilharmonie für das Programm der ersten kompletten Konzertsaison rund 850.000 Tickets verkauft, ist die Neugier auf die Elbphilharmonie ungebrochen groß. In meinen Blogbeiträgen gebe ich Ihnen umfassende Vorabinformationen für Ihren Besuch in der Elbphilharmonie:

In diesem Beitrag habe ich Ihnen aus dem Elbphilharmonie - Programm

  • meine persönlichen Konzerttipps für Sie in der Konzertsaison 2017/18 zusammengestellt,
  • die Preisgestaltung in der Elbphilharmonie mit anderen namhaften Konzerthäusern verglichen und
  • gebe Ihnen 7 wertvolle Tipps, die Ihnen bei der Auswahl Ihrer Konzerte helfen können.

Dann hoffen wir mal, dass die Server der Elbphilharmonie am 12. Juni 2017 dem Ansturm Stand halten.

elbphilharmonie - Programm | persönliche konzerttipps für sie

Die Elbphilharmonie steht vor der Herausforderung, das riesige und teure Konzerthaus permanent gut auszulasten, ohne dass mit dem NDR Elbphilharmonie-Orchester schon ein international renommiertes Spitzenensemble als Magnet wirken kann. Dafür läßt man sich mit Klassik kompakt, Programmen für Einsteiger, Fortgeschrittene, Abenteurer, Entdecker uvm. eine Menge einfallen, um - überall dringend benötigte - neue Konzertgänger zu gewinnen. Das ist sehr löblich!

Datum Programm (u.a.) Künstler (u.a.) Empfehlung

Start

Vorverkauf

FR 06.10.2017

SA 07.10.2017

SO 08.10.2017

Wolfgang Amadeus Mozart

Requiem

NDR Elbphilharmonie-Orchester

Balthasar-Neumann-Chor

Wiebke Lehmkuhl

Eines der schönsten Chorwerke in der Kirchenmusik in einer spannenden Verbindung mit Lutoslawski. Das verspricht ein interessantes Konzert.

12.06.2017

10 Uhr

DI 10.10.2017

Schönberg, Bartók, Strawinsky, Eötvös

Royal Concertgebouw Orchestra, Amsterdam

Peter Eötvös

Iveta Apkalna (Orgel)

Ein so nur selten gespieltes, ambitioniertes und modernes Programm. Der Komponist selbst am Pult. Unbedingt anhören!

12.06.2017

18 Uhr

MO 23.10.2017

Dowland, Purcell, Haydn, Britten u.a.

(Kleiner Saal)

Andreas Scholl (Countertenor)

Tamar Halperin (Klavier)

Zugegeben - da muß ich mich noch mehr hineinhören. Meine Frau liebt den Gesang von Scholl. Wie wohl der Kleine Saal klingt?

12.06.2017

18 Uhr

DI 30.01.2018

 

Schostakowitsch

Klaviertrio Nr. 2

Tschaikowsky

Klaviertrio a-Moll

 

Martha Argerich (Klavier)

Mischa Maisky (Violoncello)

Janine Jansen (Violine)

Die "Grand Dame" am Klavier spielt in diesem exquisiten Trio Musik der wichtigsten russischen Komponisten. "Der Lärm der Zeit" von Julian Barnes stimmt Sie auf Schostakowitsch ein.

12.06.2018

10 Uhr

SA 24.03.2018

Johannes Brahms

Konzert für Violine, Violoncello u. Orchester

Peter Tschaikowsky

"Manfred"-Symphonie

Bayer. Staatsorchester

Kirill Petrenko (Dirigent)

Julia Fischer (Violine)

Daniel Müller-Schott

(Violoncello)

Petrenko gilt als "Vielarbeiter" mit allerhöchsten Ansprüchen an seine Musiker. Er hat den Gipfel erklommen und übernimmt ab 2019 die Berliner Philharmoniker.

12.06.2018

18 Uhr

Elphilharmonie - Programm | was kosten die tickets?

Die Preisgestaltung für die Tickets bewegt sich im Rahmen vergleichbarer Konzerthäuser, wobei ein gewisser "Aufschlag" für das Konzerthaus Elbphilharmonie eingepreist wird. Ein paar Beispiele für Sie:

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass sich die Elbphilharmonie noch ein internationales Renomée bei den Gastorchestern und Solokünstlern erarbeiten muß. Die Agenten scheinen zu wissen: Noch benötigt die Elbphilharmonie die Stars mehr, als die Stars einen Auftritt in der Elbphilharmonie benötigen.

elbphilharmonie - programm: das passende konzert buchen

Während der erfahrene Konzertgänger über diese Hinweise vermutlich locker hinwegliest, sind sie für andere Musikinteressierte angesichts des voluminösen Programms für die Konzertsaison 2017/18 in der Elbphilharmonie vielleicht an der einen oder anderen Stelle nützlich:

  • Nur Mut bei der Konzertauswahl: Es gibt soviel mehr Schönes und Spannendes als die immer gleichen "Gassenhauer" - wobei natürlich Mozart, Beethoven & Co. mit Recht seit über 200 (!) Jahren populär sind. Schauen Sie mal in die Nischen und auch ins moderne Repertoire. Vor kurzem hörte ich im großen Sendesaal des NDR in Hannover (guter Konzertsaal) Igor Levit am Klavier mit Rzewski´s "The People United will never be defeated" - der Titel klingt sperrig, aber was für ein Rhythmus! Apropos Rhythmus, der Schlagwerker Martin Grubinger performt spektakuläre Konzerte und moderiert im Wechsel mit der Cellistin Sol Gabetta mit "Klick-Klack" eine erfrischende Musiksendung im Bayerischen Fernsehen (auch in der Mediathek). Viele Streaming-Dienste und Videoplattformen ermöglichen auch für klassische Musik ein Reinhören.
  • Endlich ist der Vorverkauf im Internet freigeschaltet und dann können Sie es in der Eile bei der Ticketauswahl schon einmal übersehen: Längst nicht alle Konzerte finden in der Elbphilharmonie statt; wer also ein Konzert mit dem Besuch des Großen Saales verbinden möchte, sollte hierauf achten.
    Bei der Sitzauswahl sollte Ihnen - im Gegensatz zu mir! - kein Fehler unterlaufen. Eine ausführliche Beschreibung der unterschiedlichen Sitzplatzqualitäten zeigt Ihnen, auf welchen Plätzen Sie in der Elbphilharmonie am besten hören und welche Plätze Sie unbedingt meiden sollten.
  • Achten Sie bei den internationalen Gastorchestern darauf, ob das angebotene Konzert fester Bestandteil des Tournee-Programmes ist. Falls nicht, könnte die Konzertqualität leiden, da unterwegs oftmals nur wenig Probenzeit zur Verfügung steht.
  • Weiterhin lohnt ein Blick auf den Dirigenten bei den Gastorchestern. Einige Weltklasse-Klangkörper rufen nur unter dem "richtigen" Maestro ihre Bestleistung ab. So flüsterten Wiener Abonnenten im Musikverein, dass die Wiener Philharmoniker "ihren" Zubin Mehta lieben. Die grandios gespielte "Auferstehungssymphonie" von Gustav Mahler bestätigte diese Einschätzung vollends, während mich die Wiener Philharmoniker mit der "Titan"-Symphonie von Mahler in der Elbphilharmonie nicht in gleicher Weise begeisterten.
    Auch der Sächsischen Staatskapelle Dresden sagt man nach, dass sie erst mit Christian Thielemann am Pult "auf Weltniveau" aufspielt.
  • Ganz besonders sollten Sie die lokalen Hamburger Orchester für Elbphilharmonie - Tickets in Betracht ziehen. Derzeit bekommt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg mit Kent Nagano allerbeste Kritiken, das Residenzorchester NDR - Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Thomas Hengelbrock hat die meiste Probenzeit in der "Elphi" und dürfte mit der nicht einfachen Akustik im Großen Saal am besten vertraut sein und auch die Hamburger Symphoniker sollten nicht außer Acht gelassen werden.
  • Zudem beobachte ich oft, dass das Publikum bei den Konzertreihen und Abonnentenkonzerten fachkundiger ist und die "Kleiderordnung" legerer handhabt als das gelegentlich Event-orientierte Publikum bei den Gastauftritten der Superstars.
  • Machen Sie sich rechtzeitig vertraut mit den zahlreichen Ermäßigungen auf Karten - insbesondere für junge Leute gibt es große Rabatte! Da gibt es mehr Möglichkeiten, als man zunächst glauben mag.
    Registrieren Sie sich am besten vor dem Vorverkaufsstart auf der Webseite der Elbphilharmonie und ggf. auch für das Philharmonische Staatsorchester sowie Eventim, da man auch auf deren Webseiten im Buchungsverfahren weitergeleitet wird. Mit Öffnung des Buchungsportals steht zumeist nur wenig Zeit zur Verfügung, um die gewünschten Tickets zu ordern.

Wo wollen Sie sitzen und wo hört man wirklich gut? Schauen Sie mal in diese beiden Berichte hinein.


Dieser Bericht entstand nach zwei Konzertbesuchen im Januar / Februar 2017:

  • Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Semyon Bychkov und Johan Reuter, Bassbariton, mit "Vier Präludien und Ernste Gesänge" von Johannes Brahms, die von Detlev Glanert in eine Orchesterversion transformiert wurden und Symphonie Nr. 1 ("Titan") von Gustav Mahler
  • 6. Philharmonisches Konzert mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Kent Nagano und Christian Schmitt (Orgel) mit Johann Sebastian Bach "Fantasie und Fuge g-Moll BMV 542" und Olivier Messiaen "Offrande et Alléuia final aus "Livre du Saint Sacrement""

Berliner Philharmonie | Programm

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Die Berliner Philharmonie hat mit dem Programm 2017/2018 zum Abschied Ihres Chefdirigenten Sir Simon Rattle nach 15 Jahren (!) ein hochklassiges und sehr emotionales Konzertjahr zusammengestellt.

 

Häufig habe ich die Konzertabende in der Berliner Philharmonie - im positiven Sinne - "geschafft" verlassen, so sehr berührt die hier gespielte Musik die Seele und den Bauch.

 

An Beethoven´s siebte Sinfonie mit dem überirdischen langsamen Teil zum Träumen mit Sir Simon Rattle, Mahler´s dritte, die Tränendrüsen erforschende Symphonie mit Iván Fischer oder Tschaikowsky´s sechste Symphonie als Drama eines Lebens mit Kirill Petrenko werde ich mich immer erinnern.

Ich glaube, gerade viele jüngere Menschen verspüren Hemmschwellen, um ein Konzert in der Berliner Philharmonie zu besuchen. Tatsächlich muß man sich hier auf eine Sache, nämlich die Künstler und Musik, konzentrieren.

 

Das Smartphone checken und mit einem Ohr der Musik folgen, das geht hier nicht. Dafür wird man mit einem der besten Live-Erlebnisse in diesem Land belohnt.

 

Die Kartenpreise dafür liegen oftmals sogar unter denen für gute Pop- oder Jazzkonzerte. Und kleidungstechnisch geht es heutzutage durchaus leger zu, wobei man sich ja beim Ausgehen immer chic macht.

Die Akustik in der Berliner Philharmonie ist fantastisch, die Musik erhebt sich über dem Podium, die Instrumente sind wunderbar gestaffelt herauszuhören, ohne dass der "Sound" des Orchesters geschmälert würde.

 

Dieses Orchesters und die Berliner Philharmonie sind jeden Euro Eintritt wert. Ich saß schon häufiger in den oberen Bereichen "C" und "D" und empfand den Klang als außerordentlich gut. Selbst seitlich zum Orchester im Bereich "E" (recht gut über dem Podium erhöht) konnte ich mit Freude dem Orchester zuhören, auch wenn es sich für meine Ohren etwas "seitenverkehrt" anhörte.


 

So ist es wohl gut nachvollziehbar für Sie, in einem Reiseblog etwas über Konzertsäle und Konzerte zu lesen. Zunächst muss man ja erst einmal in diese stark in Bewegung befindliche, fazinierende Stadt Berlin reisen und dann ist die Musik auch eine Reise Ins Weite. Wobei diese Weite in einem selbst zu finden ist.

berliner philharmonie | programm - meine 3x5 empfehlungen

Ich habe das frisch veröffentlichte Programm der Berliner Philharmonie unter die Lupe genommen. Aus dem hochklassigen, umfangreichen Angebot empfehle ich Ihnen aus diesen 3 verschiedenen Blickwinkeln für die kommende Saison

  • Farewell to Simon Rattle (es ist sein Abschiedsjahr nach 15 Jahren als Chef der Berliner Philharmoniker)
  • Meine 5 Highlights für Sie (Konzerte, über die man sprechen wird und die Sie nicht verpassen dürfen)
  • 5 besondere Events (spannende Veranstaltungen, die auch von der Vielfalt in der Berliner Philharmonie zeugen)

insgesamt 3 x 5 Veranstaltungen aus dem Programm der Berliner Philharmonie, die ich alle sehr gern selbst besuchen würde - leider, leider werde ich eine Auswahl treffen müssen.

berliner philharmonie | programm - farewell to simon rattle

- Konzerte der Berliner Philharmoniker 2017 / 2018 - LETZTMALIG mit Sir Simon Rattle!

Datum Programm (u.a.) Künstler (u.a.) Empfehlung

Start

Vorverkauf

FR 25.08.2017

Joseph Haydn

Die Schöpfung

Mark Padmore (Tenor)

- Artist in Residence -

Rundfunkchor Berlin

Rattle: "Wenn ich nur ein Stück dirigieren könnte", dann dieses. "Der Rundfunkchor sind die Lippen des Orchesters. Was immer wir gefordert haben, haben Sie mit offenen Armen möglich gemacht." 21.05.2017

FR 03.11.2017

Sergej Rachmaninow

Symphonie Nr. 3

 

"Ich muß noch das Orchester hören, wie sie diese Stücke spielen", sagt Rattle - ein Grund für die Auswahl von Rachmaninow.

03.09.2017

SO 27.05.2018

Witold Lutoslawski,

Symphonie Nr. 3

Johannes Brahms,

Symphonie Nr. 1

 

"Eines der größten Stücke Musik", sagt Rattle über die Symphonie von Lutoslawski. Ein Stück, dass er nochmals mit den "Berlinern" spielen wollte.

04.03.2018

DI 19.06.2018

MI 20.06.2018

 

Gustav Mahler Symphonie Nr. 6

 

 

"Ich hörte sie (die "Berliner") mit diesem Stück vorher unter Karajan, hörte diesen Klang", erzählt Rattle. 1987 gab Rattle mit dieser Mahler-Symphonie sein Debüt bei den "Berlinern". Jetzt schließt sich mit Mahlers Sechster der Kreis.

Sein letzter Auftritt mit den "Berlinern" in der Philharmonie.

04.03.2018

SO 24.06.2018

George Gershwin

Gabriel Fauré

Paul Lincke

Magdalene Kozená

Der endgültige Schlußpunkt für Sir Simon Rattle beim traditionellen Openair-Konzert in der WALDBÜHNE. Alle klatschen und pfeifen die "Berliner Luft" ...

n.n.b.

Sir Simon Rattle wirkte bei seiner letzten Jahrespressekonferenz schon ein bißchen wehmütig.

"Es ist ein befremdlicher Gedanke: Ich werde dieses Orchester nicht mehr leiten ... Es war für mich eine unvergessliche Reise in den vergangenen Jahren ... Jetzt ist es an der Zeit, dass eine andere Person (er nannte m.E. Kirill Petrenko nicht namentlich) das Schiff auf eine nächste Reise mitnimmt ... Ich bin dann ein normaler Bürger dieser Stadt".

Dieses und weitere Zitate von Sir Simon Rattle in diesem Blog habe ich während der Jahrespressekonferenz mitgeschreiben und selbständig nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt.

berliner philharmonie | programm - meine 5 highlights für sie

- Konzerte der Berliner Philharmoniker 2017 / 2018 mit Gastdirigenten -

Datum Programm (u.a.) Künstler (u.a.) Empfehlung

Start

Vorverkauf

DO 26.10.2017

FR 27.10.2017

SA 28.10.2017

Johann-Sebastian Bach

Messe h-Moll

Ton Koopman (Dirigent)

RIAS Kammerchor

Beitrag der "Berliner" zum Luther-Jahr. Ein konzertanter Gottesdienst. Wenn es nur immer so in der Kirche klingen würde.  03.09.2017

SA 02.12.2017

SO 03.12.2017

MO 04.12.2017

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 9

Bernard Haitink (Dirigent)

Sir Simon Rattle fragte seine Kollegen nach ganz speziellen Stücken für sein Abschiedsjahr. Sie werden kaum größere Emotionen in einem Konzertsaal erleben.

03.09.2017

DO 14.12.2017

FR 15.12.2017

SA 16.12.2017

Ludwig van Beethoven

Missa Solemnis

Christian Thielemann (Dirigent)

Rundfunkchor Berlin

Die "Berliner" gaben Petrenko den Vorzug. Der wohl leicht enttäuschte Thielemann als Gast am Pult. Noch eine grandiose Messe!

03.09.2017

DO 25.01.2018

FR 26.01.2018

SA 27.01.2018

Anton Bruckner,

Symphonie Nr. 6

Robert Schumann,

Klavierkonzert

Mariss Jansons (Dirigent)

Daniil Trifonov (Klavier)

Jansons sagt, "mit diesem Orchester kann ich hinter den Vorhang der Musik schauen."

Trifonov habe ich Silvester 2016 im Kino genossen - ein Feuerwerk mit Rachmaninow.

03.12.2017

DO 12.04.2018

FR 13.04.2018

SA 14.04.2018

Sergej Prokofjew,

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3

Franz Schmidt,

Symphonie Nr. 4

Kirill Petrenko (Dirigent)

Yuja Wang (Klavier)

Beim ersten Konzert (März 2017, u.a. mit Tschaikowsky) von Petrenko nach seiner Wahl zum Chefdirigenten der "Berliner" gab es im Publikum kein Halten mehr. Eines der besten Konzerte, die ich bisher hören durfte. 04.03.2018

Natürlich hat auch die Elbphilharmonie ein äußerst umfangreiches Programm für das erste volle Konzertjahr 2017/2018 vorgestellt - hier meine Empfehlungen für Sie!


Berliner philharmonie | programm - 5 besondere events

- Erleben Sie die Vielfalt in der Berliner Philharmonie -

Datum Programm (u.a.) Künstler (u.a.) Empfehlung

Start

Vorverkauf

MI 20.09.2017

Hommage an Herbie Mann

Magnus Lindgren (Leitung)

Till Brönner

Die Reihe "Jazz at Berlin Philharmonic" hat sich zum Renner entwickelt. Das wird mit Publikumsliebling Till Brönner kaum anders werden.

 21.05.2017

SO 17.12.2017

Dolce Duello - Barockarien für Singstimme und Violoncello

Cecilia Bartoli (Mezzosopran)

Sol Gabetta (Violoncello)

Diese Kombination verspricht eine traumhafte Matinée. Karten nicht nur für Männer :) Sol Gabetta moderiert - im Wechsel mit Martin Grubinger - die gute Klassik-sendung "Klick-Klack" im BR.

21.05.2017

SA 10.02.2018

Paul Whiteman

Sir Simon Rattle (Dirigent)

Mitglieder der Berliner Philharmoniker

Rattle kann auch "jazzen" und baut auf eine Zukunft für die Late - Night - Konzerte.

03.12.2017

SO 21.05.2018

TAG DER

OFFENEN TÜR

Ensemble der Berliner Philharmoniker Zum freien Eintritt die gute Chance, die Philharmonie und die Orchesterarbeit kennenzulernen. freier Eintritt
MI 06.06.2018 Der Philharmonische Diskurs Wolfgang Schäuble im Gespräch mit Gero von Boehm Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker spielen von Wolfgang Schäuble ausgewählte Werke. In welcher Funktion wohl Schäuble erscheint? 21.05.2017

P.S. Ja, ja, der Reisefotograf - sobald wie möglich wird es noch ein paar schönere Bilder rund um die Philharmonie geben!

Pierre Boulez Saal | Vom Klang und anderen Besonderheiten

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Pierre Boulez Saal © Volker Kreidler

Die Musikfreunde im Land können sich binnen fünf Monaten über drei neue Konzerthäuser in Deutschland freuen. Nach dem Konzerthaus Bochum und der Elbphilharmonie in Hamburg wurde im März 2017 der Pierre Boulez Saal in Berlin in direkter Nachbarschaft zur noch immer im Umbau befindlichen Staatsoper Unter den Linden eingeweiht.

 

Dieser neue Kammermusiksaal im ehemaligen Kulissenmagazin der Staatsoper ist in jeder Weise besonders,

 

sowohl was den Raum, den Klang, die Finanzierung und auch die Beteiligten betrifft. Doch nähern wir uns Schritt für Schritt dem Konzerterlebnis und den delikaten Geschichten rund um dieses Projekt.

Pierre Boulez Saal - näher an den künstler heran geht es nicht

 

Wir treffen im Foyer des Pierre Boulez Saales auf

 

sehr freundliche und hilfsbereite MitarbeiterInnen,

 

so dass wir uns gleich im neuen Konzerthaus wohlfühlen. Wir stimmen uns bei einem guten Glas Wein auf den Schubert-Abend ein und probieren die leckeren Snacks. Zahlreiche Stehtische und Sitzbereiche lassen uns auch mit anderen Gästen ins Gespräch kommen und nach dem Konzert können wir noch etwas verweilen und beginnen, das Gehörte zu verarbeiten.

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Der Pierre Boulez Saal wirkt beim ersten Eintreten auf mich wie eine Manege. Ein Oval mit bis zu 682 Sitzplätzen, dessen Bühne von der Mitte flexibel an die Seiten verlegt werden kann und damit ganz unterschiedliche Aufführungen ermöglicht.

 

Wer einmal ein Konzert bei "Musik in den Häusern der Stadt" miterlebt hat, schätzt sicherlich diese familiäre Nähe zu den Künstlern.

 

Genau das bietet auch der Pierre Boulez Saal, wo niemand mehr als 14 m vom Geschehen entfernt zuhört und man die Noten auf vielen Plätzen mitlesen kann. Wir genießen die Beinfreiheit auf den bequemen Sitzen und sind froh, nicht die erste Reihe im Parkett gewählt zu haben. Denn davor sind noch einige variable Stuhlreihen platziert, die den freien Blick etwas begrenzen. Es macht also allen Sinn, sich bei der Ticketbuchung mit der jeweils für das Konzert speziell vorgesehenen Bestuhlung genau zu beschäftigen.


"In dieser Raumordnung können die Zuhörer sich gegenseitig sehen und sitzen einander gegenüber. Dadurch ist hier eine andere Art von Kommunikation möglich, nicht nur zwischen Musikern und Publikum, sondern selber innerhalb des Publikums.

Ich glaube, das ist sehr wichtig",

beschreibt der Akustiker Yasuhiro Toyota (der für die Akustik im Pierre Boulez Saal und in der Elbphilharmonie verantwortlich zeichnet) das besondere Raumgefühl. Aus meiner Sicht muß man das mögen wollen; ich möchte nicht von der Musik abgelenkt werden und mich vollends auf die Musiker konzentrieren.

Viele weitere interessante Videos über den Pierre Boulez Saal auf vimeo.com


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Mittig im Bühnenoval ist der eigens von Steinway für Daniel Barenboim entworfene Flügel positioniert. Nach der Pause wird der Flügel um 180 Grad gedreht, so dass wir dem Meister sowohl bei der Arbeit seiner Hände als auch von Angesicht zuschauen können. Barenboim stellt für das Eröffnungsjahr und auch darüber hinaus die Musik von Schubert in den Mittelpunkt;

 

sicherlich eine exzellente Wahl, um die klangliche Qualität des Kammermusiksaals in allen Facetten auszuloten. Für uns stehen die Schubert Klaviersonaten D 575, D 894 ("Fantasie-Sonate") und D 958 auf dem Programm. Vor unserem Konzertabend haben wir uns eingelesen, wie die Musikkritiker und Barenboim selbst die Akustik im Saal beurteilen.


pierre boulez saal - welches hörerlebnis erwartet sie?

Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper und Chefdirigent der Staatskapelle Berlin auf Lebenszeit, ist mit dem Klang sehr zufrieden.

 

Der Klang "ist trocken genug, um alle Details zu hören, aber nicht so trocken, dass man die Schönheit des Klanges verliert, der fast überall im Raum die gleiche Qualität hat." 

 

Ähnliches haben wir zuvor über die Elbphilharmonie gehört und sind dann doch vom Gehörten etwas ernüchtert worden. Im Pierre Boulez Saal ist es Yasuhiro Toyota im Zusammenspiel mit dem Architekten Frank Gehry besser gelungen.

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Jan Brachmann (FAZ vom 06.03.2017) notiert, dass

 

"alle Musik, die mit Raumeffekten spielt, mit Richtungswechseln und ortsbestimmten Verfärbungen, mit zeitlichen Verzögerungen und Echos, hier gut aufgehoben ist".

 

Und weiter gibt er seinen Eindruck wieder:

 

"Spielt die Musik unten, dann klingt sie am besten,  je größer das Ensemble ist."

 

 


Eleonore Büning fasst für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 12.03.17 zusammen:

 

"Klingt im Parkett, wie er aussieht, freundlich, klar, durchsichtig, warm. Nur für den schmalen, frei schwebenden Rang ... muß akustisch nachgebessert werden."

"Der Saal hat Tücken", bestätigt Jan Brachmann über sein Hörerlebnis im Rang in der FAZ vom 06.03.2017:

 

"Der Klavierklang für sich genommen ist warm, nuancenreich und geradezu einschmeichelnd, aber überpräsent."

Als passionierte Konzertgänger haben wir den Eindruck im Block B, Treppe III, Reihe 4, dass der Klang des Klaviers den Raum mehr ausfüllen könnte, mehr Volumen bieten sollte. Nach meinem Gefühl wird hier beispielsweise ein Streichquartett eine kolossale Wirkung erzeugen.

sta(a)t(t)liche förderung einer privaten hochschule

Berlin, Pierre Boulez Saal, Konzertsaal, Kammermusiksaal, Daniel Barenboim, Barenboim-Said-Akademie, Frank Gehry, Pierre Boulez, Yasuhiro Toyota

Das Berliner Projekt geht auf die Freundschaft von Daniel Barenboim mit Edward Said zurück und das gemeinsam in 1999 ins Leben gerufene West-Eastern Divan Orchestra, das junge Musiker aus Israel, Palästina und den arabischen Ländern jeden Sommer zusammenführt. Das Orchester möchte den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen des Nahen Ostens durch die Erfahrungen gemeinsamen Musizierens ermöglichen. "Ursprünglich war der Plan, einen solchen Saal in Istanbul zu bauen, was sich dann allerdings zerschlagen hat (ich würde gern wissen wollen, warum?). Kurz darauf gab es aber die Möglichkeit in Berlin", erzählt Daniel Barenboim im Interview mit dem concerti-Magazin im März 2017. Der Pierre Boulez Konzertsaal wurde dann mit der Idee einer neu zu gründenden Musikhochschule, der Barenboim-Said-Akademie verbunden. Hier sollen bevorzugt Studenten aus dem Nahen Osten und Nordafrika musikalisch in Verbindung mit den Geisteswissenschaften ausgebildet werden - ein offenbar neuer Ansatz in der Ausbildung von Musikern.


Die Bundesregierung konnte als spendabler Sponsor und dauerhafter Finanzierer dieses rein privaten Projektes gewonnen werden. Damit spendiert die Bundesrepublik Deutschland Daniel Barenboim und seinen schon verstorbenen Freunden Pierre Boulez und Edward Said ein Denkmal. Hierüber erfährt man auf den Webseiten des Pierre Boulez Saales und der Barenboim-Said-Akademie so gut wie nichts.

Die Baukosten betrugen 35,1 Mio Euro. 21,4 Mio Euro fließen aus dem Etat der Staatsministerin für Kultur und Medien in das Bauprojekt. Die Restkosten haben private Spender aufgebracht. Die Betriebskosten von zunächst 5,5, ab 2019 von 7 Mio Euro pro Jahr werden aus dem Haushalt der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, finanziert. Das Auswärtige Amt finanziert die ungebundenen Stipendien zum Höchstsatz von 735 Euro für alle Studierenden. Die Unterbringungskosten werden für bis zu vier Jahren ebenfalls vom Staat übernommen. Einführungskurse in Deutsch werden angeboten, sind jedoch nicht verpflichtend.

Und hier beginnt es delikat zu werden: Während Radio-Sinfonieorchester im Südwesten zwangsfusioniert wurden und viele Kulturanbieter im Land vergeblich um staatliche Unterstützung betteln (die seit 90 Jahren bestehende Kammermusikgemeinde in Hannover erhielt kurz vor der Abwicklung von der Stadt Hannover (Unesco City of Music!!) für zwei Jahre jeweils 15.000 (!) Euro), fördert die öffentliche Hand, also der Steuerzahler, eine Musikhochschule in privater Trägerschaft. Frau Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, versucht eine rechtfertigende Erklärung:


„Mit der Eröffnung des Pierre Boulez Saals feiern wir gleichzeitig ein wegweisendes kulturelles Versöhnungsprojekt. In der Barenboim-Said-Akademie können junge Künstlerinnen und Künstler aus der arabischen Welt und aus Israel durch gemeinsames Musizieren und Lernen Gräben überwinden und mit ihrem Zusammenspiel ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Verständigung setzen.

Die Unterstützung der Akademie durch mein Haus ist daher nicht nur wichtige Kulturförderung, sondern darf auch als ein Beitrag der Bundesregierung zum Friedensprozess im Nahen Osten verstanden werden - als ein Appell, im Streben nach Frieden und Toleranz nie nachzulassen und immer auch auf die Kraft der Kultur zu setzen.“

namensgeber edward said - wirkungsmächtig und umstritten

Diese weitgehende Finanzierung der privaten Baremboin-Said-Akademie aus Steuermitteln ist eine wagemutige politische Entscheidung der Kulturbeauftragten. Edward Said ist, sehr vorsichtig formuliert, nach meinen Recherchen bereits zu Lebzeiten ein sehr umstrittener Intellektueller gewesen. Weitere Ausführungen würden Rahmen und Charakter dieses Blogs sprengen, so dass ich für Interessierte den Link zu zwei Zeitungsartikeln in der FAZ (Rezension zur neuen deutschen Übersetzung seines Standardwerkes "Orientalismus", 2009) und in der ZEIT (anläßlich seines Todes, 2003) hinterlege. Ob Frau Grütters oder ihre MitarbeiterInnen hier mal nachgeforscht haben ...

Daniel Barenboim und Edward Said verband eine jahrelange Freundschaft. Said kannte sich auch gut in der Musik aus, war ein vollendeter Musikkritiker und spielte selbst gut Klavier.

Dieser Bericht entstand nach einem Konzertbesuch im März 2017.

Elbphilharmonie - Tickets | Richtige Sitzplätze auswählen

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elbphilharmonie - tickets | ihr perfekter sitzplatz

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Elbphilharmonie, Großer Saal, Akustik, Sitzplan
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Bereiche "C" und "D"

Bereich "E"

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Bereiche "S", "L" und "Y"

Bereiche "R", "U", "Z" und "V"

Bereiche "X", "T", "Q", "W", "O", "P", "G", "F" und "I"

(Ich saß im Bereich "G", Reihe 3, Platz 1 und im Bereich "F", Reihe 2, Platz32)

 

- eine schöne Idee sind die breiten Eckbänke für eine Person in den Kurven der Sitzplatzreihen (z.B. in den Bereichen "I" und "F" hinter dem Podium -

Das in den ersten Reihen noch sehr tief gelegene Parkett bietet erstklassige Sicht und Beschallung von vorn. Nach der Erfahrung aus anderen Konzertsälen am besten ab Reihe 7 aufwärts in Betracht ziehen.


Jeweils seitlich oberhalb des Parketts. Noch ohne explizite Erfahrungs-berichte.


Im Eröffnungskonzert wurden nach den Ansprachen die Kanzlerin und Staatsgäste aus der ersten Reihe im Parkett extra in diesen Bereich umgesetzt. Hier hört man nach übereinstimmenden Kritikermeinun- gen am besten.


Die mittleren "Weinberghänge" mit positiven und negativen Kritiken zur Akustik. Auf jeden Fall selbst austesten - hier will ich es beim nächsten Mal probieren.


Die oberen, mittigen "Weinberghänge" sind ein echter Tipp! Thomas Hengelbrock, Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, sagt im Interview mit dem Fono Forum (03/17): „Nach oben hin wird der Klang immer irisierender, zauberischer, ganz oben unter dem Dach hören Sie sehr schön.“


Obere, seitliche "Weinberghänge"; dazu liegen mir noch keine Informationen vor.


Ich möchte Ihnen von allen Plätzen hinter dem Podium abraten. Im Bereich "G" sitzt man regelmäßig direkt hinter den lauten Blechbläsern. In den Bereichen "I" und "F" ggf. nur jeweils die Plätze 1 – 10 in den Reihen in Betracht ziehen. Auf den hohen Platznummern im Bereich "I" sitzt man häufig nah hinter den Schlagwerken. Wenn man direkt hinter dem Schlagwerk sitzt „ist so ein Platz (natürlich) nicht ideal um einen Saal zu beurteilen“, sagt Thomas Hengelbrock als Chefdirigent im neuen Konzerthaus.

 


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Elbphilharmonie - Saalplan für den Großen Saal
Alle Bereiche mit allen Sitzplätzen.
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Wollen Sie mehr über den Ticketkauf erfahren? - dann einfach weiterlesen. Mehr über die Akustik in der "Elphi" (rechter Button) und die Elbphilharmonie - Führungen (linker Button).


Dieser Bericht entstand nach zwei Konzertbesuchen im Januar / Februar 2017:

  • Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Semyon Bychkov und Johan Reuter, Bassbariton, mit "Vier Präludien und Ernste Gesänge" von Johannes Brahms, die von Detlev Glanert in eine Orchesterversion transformiert wurden und Symphonie Nr. 1 ("Titan") von Gustav Mahler
  • 6. Philharmonisches Konzert mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Kent Nagano und Christian Schmitt (Orgel) mit Johann Sebastian Bach "Fantasie und Fuge g-Moll BMV 542" und Olivier Messiaen "Offrande et Alléuia final aus "Livre du Saint Sacrement""

Elbphilharmonie - Führungen | Bilder aus dem Konzerthaus

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Elbphilharmonie, Führungen, Hamburg
Querschnittsgrafik Elbphilharmonie (beschriftet) © Herzog & de Meuron / bloomimages

Die Elbphilharmonie - Führungen sind der Renner: Das Konzerthaus ist der Star

 

und alle wollen sehen, wie denn nun das neue Wahrzeichen von Hamburg von innen aussieht. Die Elbphilharmonie - Führungen sind aktuell bis Juni 2017 ausgebucht, in der Sommerpause im Juli gibt es keine Konzerthausführungen, so dass erst wieder ab August eine Chance auf Elbphilharmonie - Führungen besteht (ich werde über den Vorverkaufsstart berichten). Ich empfehle den Newsletter der Elbphilharmonie zu abonnieren, um über alle Termine zu Führungen und Tickets auf dem Laufenden zu bleiben.

 

Wollen Sie erst in Ruhe die "Elphi" weiter besichtigen ? - dann einfach weiterlesen.


Ich hatte mich pünktlich (wichtig!) zum angekündigten Vorverkaufsstart für Elbphilharmonie – Führungen im Internet eingeloggt und eine Tour für Februar gebucht. Treffpunkt für die Gruppenführungen ist das neue Besucherzentrum gleich gegen- über der Elbphilharmonie. Ich betrete einen schlichten Kassenraum, dessen Wände mit Flyern und Souveniers bestückt sind und nicht zum Verweilen einlädt.

Wer erwartet, sich im Besucherzentrum vertiefend mit der spannenden Entstehungsgeschichte der Elbphil-harmonie, der Architektur oder gar der Musik als Hauptthema eines Konzerthauses beschäftigen zu können, ist hier fehl am Platze (um es vorwegzunehmen: dafür gibt es auch keinen anderen Platz in der Elbphilharmonie, dafür aber unten einen Buchtipp für Sie).

Elbphilharmonie, Besucherzentrum, Führungen, Hamburg

Eine Dame vom 7-köpfigen Team der Hausführungen empfängt uns und frischt zunächst einmal die gute alte Tradition des parlamentarischen „Hammelsprunges“ wieder auf. Auf keinen Fall dürfen mehr als 30 Personen der Gruppe angehören und so wird gleich einmal durchgezählt, ob noch Platz für einen spontanen Gast ist. Leider nein, und daran scheitert auch der Portier vom „The Westin“ wenig später, der noch zwei Hausgäste einschleusen möchte – selbst für Gäste des Luxushotels geht offenbar nichts mehr.

Elbphilharmonie, Tube, Führungen, Hamburg

 

Wir passieren auch die nächste Kontrolle erfolgreich an der Vereinzelungsanlage am Eingang zur Elbphilharmonie und fahren mit der Tube („längste Rolltreppe Westeu- ropas“) durch den alten Kaispeicher A nach oben. Auf der Plaza erhalten wir ein paar Informationen zum Gebäude („Plaza ist größer als der Hamburger Rathausmarkt“) und steigen nach einer weiteren Ticketkontrolle die hellen Holzstufen zum Kleinen Saal empor.

 


Elbphilharmonie, Kleiner Saal, Führungen, Hamburg
Elbphilharmonie, Kleiner Saal, Führungen, Hamburg

 

 

Wir haben Glück, denn „normalerweise“ gehört die Besichtigung des Kleinen Saales gar nicht zum Rundgang, aber die Bühnenarbeiter machen gerade eine Pause und so können wir uns kurz in dem holzvertäfelten Saal umsehen. Bis zu 550 Personen kann dieser nach dem „Schuhschachtelprinzip“ gebaute Veranstaltungssaal aufnehmen, dessen Tribünen flexibel an die Nutzung anpassbar sind

und auch eine komplett ebenerdige Fläche ermöglichen

 

„wenn Sie mal eine größere Familienfeier planen“.

 

Das bringt mich im nachhinein auf die größenwahnsinnige Idee, hier doch mal meine Antarktis-Multivisionsshow vorzuführen – eine 9 x 4,8 m Leinwand (richtig groß!) kann mit einem 18.000 ANSI Lumen-Beamer (richtig hell!) bespielt werden - für eine Grundmiete ab 1.600 Euro – nun ja, Träumen ist erlaubt :)


Weiter geht es hinüber in das Treppenhaus und die Foyers zum Großen Saal. Wir passieren die längste „Bar Hamburgs“ (Greve-Foyer), an der es sonntags nach dem Philharmonischen Konzert leider keinen Kaffee zur Nachbetrachtung gibt. Tja, und wenn wir Glück haben, können wir dem Organisten kurz bei der Probe zuhören, „oder auch nicht“.

 

Elbphilharmonie, Michel, Führungen, Hamburg

Die Elbphilharmonie - Führungen sind generell abhängig vom Probenplan und daher nicht so ohne weiteres an die große Nachfrage anzupassen. Wir erhaschen den einen oder anderen Blick auf die imposante Hamburger (Kirchen-)Skyline und betreten dann endlich den großen Saal fast am höchsten Punkt im Bereich S.


Elbphilharmonie, Großer Saal, Führungen, Hamburg

Von hier oben im Großen Saal blickt man aus rund 30 Metern Entfernung auf das Spielfeld, pardon Podium, wie aus dem Oberrang eines Stadions. Bei diesem atemberaubenden Blick in die Tiefe verwundert es nicht, dass die Elbphilharmonie von den Schweizern Herzog und de Meuron entworfen wurde. Das Architekturbüro plante die Münchner Allianz-Arena und das Olympiastadion („Vogelnest“) in Peking und wurde 1995 durch den Zuschlag für die „Tate Modern“ in London weltbekannt (die Baseler Architekten haben 2016 auch den Wettbewerb für den wichtigsten Kulturneubau in Deutschland, das Kulturforum in Berlin mit dem Museum der Moderne, gewonnen). Auch der Große Saal in der Elbphilharmonie soll den Zuschauer nahe an das Geschehen heranbringen. Wie in einem Stadion ist das Konzertpodium weit in die Mitte gerückt und wird von den steil aufragenden Tribünen umfasst. Aufgrund der begrenzten Grundfläche auf dem Kaispeicher A und den Raumanforderungen für das Hotel und die Appartements ist der Durchmesser des Großen Saales mit 30 - 50 m eher klein – dafür ragt der Innenraum 25 m in die Höhe.

Wir hören der Probe vielleicht fünf Minuten zu und damit ist dann leider auch schon unser Einblick in den Großen Saal beendet. Auf den angebotenen Konzerthausführungen wird der Vorhang nur einmal ganz kurz gelüftet und man kann den Saal nicht mit etwas Ruhe aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

Somit können wir auch nicht durch den „Weinberg“ spazieren - man nennt den Großen Saal hier lieber „Weinberg“ als „Konzertstadion“ -, denn das schöne an diesem Saal ist, dass man von ganz oben nach ganz unten über die Seitenwege hinabgehen kann und – jetzt wird es lyrisch - sich dem dahinströmenden Fluß, hier natürlich dem Konzertpodium, am Fuße des Weinbergs nähert.


Wir erhalten anschließend nur ein paar knappe Infos zum Saal („2.100 Sitzplätze“,

„wo sie auch sitzen, alle hören gleich gut“).

Ob das mit dem „gleich gut hören“ so stimmt, erörtere ich ausführlich in

meinem Erfahrungsbericht „Elbphilharmonie | Wie gut ist die Akustik wirklich?“.


Vertiefende Fragen können von der Führerin leider nicht so leicht beantwortet werden („wie ist der Spieltisch auf der Bühne mit der Orgel verbunden?“), aber die Besucher bewegt nach dem anstrengenden Aufstieg über die zahlreichen Treppen auch mehr die Frage, ob denn auch genügend Fahrstühle zur Verfügung stehen.

Elbphilharmonie, Großer Saal, Führungen, Hamburg

Dann folgt von unserer Begleitung noch ein wichtiger Hinweis:

„Man muss sich im Großen Saal und im Gebäude wie im Wald bewegen und stets einen Blick auf das Wurzelwerk haben“.

Tatsächlich sind die oft schräg verlaufenden Treppen und insbesondere die Aussparungen beim Übergang der Treppen in die Sitzreihen nicht ungefährlich. Viele ältere Gäste (ja nicht so selten in einem Konzerthaus) hadern mit den steilen Zugängen, teilweise ohne Geländer, zu den Sitzreihen.


 Wir fahren mit dem Fahrstuhl zurück auf die Plaza und werden nach einer Stunde verabschiedet.

Elbphilharmonie - führungen: pro und contra

PRO

Elbphilharmonie - Führungen lohnen für alle Interessierten an der Elbphilharmonie, die kein Konzert besuchen wollen oder ganz einfach (noch) keine Karten ergattern konnten. Eine Führung stillt ein wenig die erste Neugier und bietet Ihnen die Chance, den Großen Saal und die Foyers unbevölkert auf sich wirken zu lassen. Zudem ist der Zugang zur Plaza – ab Freitag nachmittag und am Wochenende muss man mit Wartezeiten rechnen, sofern man keine kostenpflichtigen, zeitgebundenen Zugangskarten im Internet vorab gekauft hat – gleich eingeschlossen.

Elbphilharmonie, Großer Saal, Führungen, Hamburg

CONTRA

Ich emfand die Führung – auch im Vergleich zu den Angeboten in anderen Konzert- und Opernhäusern - sehr enttäuschend: Der Informationsgehalt ist sehr gering und geht kaum über die schmalen Imagebroschüren hinaus, da bietet die Internetseite der Elbphilharmonie zum Glück schon etwas mehr. Beispielsweise erfährt man so gut wie nichts über die wechselhafte Baugeschichte des 865 Mio Euro teuren Projektes oder die akustischen Besonderheiten des „Weinberg-Prinzips“. Auch über das künstlerische Konzept des Konzerthauses (zum Beispiel mit dem ambitionierten Kinder- und Jugendprogramm) erfährt man fast nichts (außer, daß „alle Kinder aus Hamburg einmal in der „Elphi“ gewesen sein sollen“). Zudem kein Blick hinter die Kulissen, in das Kaistudio oder auf die große Musikinstrumentensammlung. Klar, nicht alles ist in einer Führung darstellbar, aber etwas mehr Substanz, Tiefe und Inhalt sind unbedingt wünschenswert. Die Führung wirkte auf mich eher leidenschaftslos – mal eben schnell die Besucher durchschleusen. Dafür lohnt es nicht, pünktlich den Vorverkaufstermin für die Elbphilharmonie - Führungen abzupassen und den Besuch monatelang im voraus genau zu planen.


mein persönlicher tipp für sie: konzert statt führung

Sparen Sie lieber die beachtlichen 13 Euro für ein Ticket zur Elbphilharmonie - Führung und investieren Sie das Geld besser in ein Konzertticket. Nutzen Sie meine "7 Tipps zur Konzertauswahl", um sich "Ihr" Konzert auszuwählen. Zum Beispiel für das hervorragende Philharmonische Orchester unter der Leitung von Kent Nagano oder das NDR-Elbphilharmonie Orchester mit Thomas Hengelbrock, für die es ab Juni 2017 wieder Tickets zu sehr annehmbaren Preisen geben wird.

Wo Sie in der Elbphilharmonie am besten hören und welche Plätze Sie unbedingt meiden sollten beschreibe ich in meinem Beitrag "Elbphilharmonie | Richtige Sitzplätze auswählen"


Seien Sie zwei Stunden vor Konzertbeginn im Haus, wandern Sie durch den Konzertsaal von oben den Weinberg hinab, bewundern Sie die Architektur und stimmen sich mit der kostenlosen Konzerteinführung bei freier Platzwahl im Großen Saal ein (meist eine Stunde vor Konzertbeginn; bitte genau im Programm nachschauen!).

Wichtig! Nach der Unruhe durch nur an der Besichtigung interessierte Besucher werden Sie jetzt nur noch bis höchstens fünf Minuten nach Beginn der Konzerteinführung eingelassen – was sehr nachvollziehbar ist. Anschließend haben Sie noch Zeit genug, um sich weiter im Großen Saal umzuschauen, die Orgel aus der Nähe zu bewundern und dann dem Konzert zu lauschen.


"Die Akustik ist nicht ganz einfach, aber die Elbphilharmonie ist ein Wunderwerk", sagt Thomas Hengelbrock, der Chef des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Sie sollten die Macken der "Elphi" kennen, bevor Sie Ihre Tickets ordern.


Zur Nachbetrachtung Ihres Konzertbesuches bietet sich die „Störtebeker Bar“ in der Elbphilharmonie oder ein Lokal in der Hafencity an. Im Sommer können Sie auf den Stufen am Elbufer das Konzert besonders schön nachklingen lassen.

mein buchtipp für sie

"Elbphilharmonie" von Joachim Mischke (Fotos von Michael Zapf), Edel-Verlag (Euro 29,95)

Der umfangreiche und informative Bildband beginnt mit dem visionären Paar Alexander Gérard und Jana Marko, die die Idee für die Elbphilharmonie hatten (wo sind Sie nur geblieben? - nirgends erwähnt im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten). Die Autoren erzählen über das Desaster während der Bauphase mit den astronomischen Kostensteigerungen. Sie stellen dem Leser das neue Konzerthaus in allen Bereichen detailliert vor und lassen auch die Hamburger Musikgeschichte nicht zu kurz kommen. Ein fundiertes Nachschlagewerk mit vielen schönen Fotos - von der Bauphase bis zur Fertigstellung.

Dieser Bericht entstand nach einem Konzertbesuch (6. Philharmonisches Konzert mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg) und einer Konzerthausführung im Februar 2017.

Elbphilharmonie | Wie gut ist die Akustik wirklich?

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Elbphilharmonie, Großer Saal, Akustik

Wir Deutschen lieben es gerecht und gleich. „Wo Sie auch sitzen, alle hören gleich gut“, bekräftigt während der Führung die Mitarbeiterin der Elbphilharmonie  noch einmal eine der Kernbotschaften des Marketings. Nachdem man Steuermittel in der unfassbaren Höhe von 789 Mio Euro in das neue Konzerthaus investiert hat, ist die Erzählung vom „gleich“ für die gesell-schaftliche Akzeptanz der Elbphilharmonie zwingend.

 

Kann der Große Saal mit seinem Stadioncharakter aber tatsächlich „optimalen Hörgenuss auf jedem einzelnen Platz“ bieten?

 

Wir Menschen lieben Legenden wie das „Wunder von Bern“, den „Mythos Ferrari“ oder die „Traumhochzeit im Königshaus“, weil diese Geschichten so schön gefühlig sind und vom perfekten Gelingen erzählen. Tief im Innern ahnen wir natürlich, dass die Dinge in Wirklichkeit komplizierter sind. Und so ist es auch mit der Elbphilharmonie. Sie ist ein architektonisch einzigartiges und akustisch außergewöhnliches Konzerthaus mit einigen Problemzonen beim Raumklang.

Wollen Sie mehr über die Akustik der "Elphi" erfahren? - dann auf dieser Seite einfach weiterlesen.


Elbphilharmonie, Großer Saal, Akustik

Ich meine, die „Macken" der Elbphilharmonie sollten Sie kennen, bevor Sie im Juni 2017 versuchen werden, die sicherlich heiß begehrten Tickets für die Saison 2017/18 zu ergattern (das Konzertprogramm für die nächste Saison wird am 25. April 2017 veröffentlicht; hier schon mal 7 Tipps zur Konzertauswahl). Ich werde über den Vorverkaufsstart berichten und empfehle Ihnen, den Newsletter der Elbphilharmonie zu abonnieren.

Denn ein Konzertbesuch in der Elbphilharmonie lohnt allemal. Viele Menschen, jüngere Konzertgänger und alle Musikinteressierten sollten sich unbedingt ihr eigenes Urteil bilden.

„Ich bin mehr denn je von Herrn Toyota überzeugt und glaube, daß er einen wirklich fantastischen Saal gebaut hat, der anders ist als alle anderen Säle. Die Akustik ist nicht ganz einfach, aber die Elbphilharmonie ist ein Wunderwerk“ sagt Thomas Hengelbrock, Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, im Interview mit der musikalischen Fachzeitschrift Fono Forum (03/17).

Elbphilharmonie - hörtest

Elbphilharmonie, Großer Saal, Akustik

Wer Musik zumeist nur im komprimierten MP3-Format hört, dem werden in der Elbphilharmonie die Ohren ordentlich durchgepustet. Denn der Akustiker Yasuhisa Toyota läßt uns die Musik wie unter einem Mikroskop wahrnehmen. Die Instrumente klingen überdeutlich, manchmal überlebensgroß und sind trennscharf einzeln heraushörbar. So isoliert habe ich die Holzbläser noch nie in einer Mahler-Sinfonie gehört. Aber das klingt für mich nicht rund.

„Musik besteht nicht nur aus einzelnen Tönen. Jeder Ton ist in der Elbphilharmonie für sich allein unterwegs, direkt und linear. Nichts mischt sich“, beschreibt die renommierte Musikkritikerin der FAZ, Eleonore Büning, diesen Klang.

 


 

„Alles einheitslaut, breiig. Jedenfalls hinter den Hörnern. Man hört keinen Raum mehr. Nur ein am Anschlag lärmendes Orchester auf einem zu klein anmutenden Podium“, leidet Manuel Brug (Journalist in der Welt) im Eröffnungskonzert im Bereich I.

Mahler erschafft in seinen Sinfonien eine eigene Welt, doch in der Elbphilharmonie verschmelzen die Töne nicht zu einem großen, emotionalen Ganzen. Sobald dann die für Mahler so charakteristischen Blechbläser die Führung übernehmen, wird es auch mal richtig laut – und in diesen Tutti schmerzt es geradezu in meinen Ohren in Block G. Auf die richtige Sitzplatzwahl kommt es daher ganz entscheidend an.

Der Klang erhebt sich nicht über das Podium – wie das so wunderbar in der Berliner Philharmonie geschieht - und breitet sich nicht im trichterförmigen Saal aus.

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Elbphilharmonie, Großer Saal, Akustik, Weiße Haut

Elbphilharmonie, Großer Saal, Akustik, Sitzplan

Die kritischen Rezensionen zum Klang in der Elbphilharmonie betreffen in besonderer Weise die Plätze hinter und neben dem Podium. Auf diesen Plätzen kann der Liedvortrag eines Sängers eine regelrechte Zumutung werden. Wenn Johan Reuter „Vier Präludien und Ernste Gesänge“ von Johannes Brahms – logischerweise – mit dem Rücken zu hunderten Plätzen anstimmt, hört es sich auf meinem Platz im Bereich G an, als ob ich ihm hinter einer Wand zuhören würde. Natürlich strahlen Stimme und Instrumente nach vorne ab und diese physikalische Wahrheit scheint nur bedingt korrigierbar für die Plätze hinter dem Podium. Dieses Hörerlebnis rechtfertigt m.E. den verlangten Ticketpreis auf diesen Plätzen in keiner Weise.

Wo Sie in der Elbphilharmonie am besten hören und welche Plätze Sie unbedingt meiden sollten beschreibe ich in meinem Beitrag "Elbphilharmonie | Richtige Sitzplätze auswählen".


Auch gleich nebenan im Bereich F (ja, ja, ich höre Sie schon sagen: über Klang und Tickets schreiben und dann zwei Mal hinter dem Orchester sitzen – stimmt, aber dafür halte ich Ihnen die besten Plätze im übertragenen Sinne frei) sitzt mir die Orgelmusik von Christian Schmitt regelrecht im Nacken. Dem Orgelspieler mitten auf dem Podium in der Elbphilharmonie zusehen zu können, ermöglicht durch die wohl drahtlose Übertragung an das Orgelwerk,  ist ein schönes Erlebnis.

Solange die Luft nur sanft durch wenige Orgelpfeifen strömt, klingt es warm und klar. Aber spätestens bei Olivier Messiaen´s kraftvollen „Livre du Saint Sacrement“ wünscht man sich einen entfernteren Platz. Während der Besichtigung der Elbphilharmonie konnten wir kurz aus dem Bereich S bei der Orgelprobe zuhören, aber auch hier war der Klang sehr direkt und fokussiert und der Raum füllte sich nicht mit Musik im zugegeben leeren Großen Saal der Elbphilharmonie.


Plötzlich horche ich regelrecht auf, als der Klarinettist sein Blatt vor dem Mundstück auswechselt und darauf pustet. Man hört alles überdeutlich und wehe, ein Konzertprogramm fällt krachend zu Boden.

Elbphilharmonie

Musikalisch war die 8. Symphonie von Anton Bruckner gespielt vom Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Kent Nagano mein bisheriges Highlight. Hoch engagiert, präzise und mit großer Spielfreude vorgetragen wirkt diese kirchlich-religiöse Symphonie auf eine tiefe Weise beruhigend.

Elbphilharmonie, Großer Saal, Akustik, Kent Nagano, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Elbphilharmonie | wie gut ist die akustik wirklich? - mein fazit

Es gibt Fachleute, die unterscheiden Konzertbesucher in „Analytiker“ und „Schwelger“. Die „Schwelger“ wollen sich in den traditionellen „Schuhschachtel“-Konzertsälen wie in Luzern und Wien am Raumklang berauschen – zu denen gehöre dann wohl ich – während die „Analytiker“ in den „Weinbergen“ jeden einzelnen Ton als Kunstwerk erleben und sich als Musiker auf dem Podium besonders gut hören können. In der Berliner Philharmonie gelingt jedoch die Symbiose – ein „Weinberg“, der Raum hat und die Musik freilässt.

Elbphilharmonie, Großer Saal, Akustik, Reflektor

Warum immer der Vergleich mit der Berliner Philharmonie? Schon vor der Eröffnung wurde der Große Saal der Elbphilharmonie zu „einem der zehn besten Konzertsäle der Welt“ hoch geschrieben. Mittlerweile wird man etwas demütiger und Dr. Dieter Rexroth weist zu Beginn seiner Einführung zum 6. Philharmonischen Konzert darauf hin, dass sich auch ein Konzertsaal erst entwickeln muss.

 

„Vielleicht hatte es vorher ein bißchen viel Selbstbeweihräucherung gegeben“,

 

sagt auch der Chefdirigent in der Elbphilharmonie, Thomas Hengelbrock, im Interview mit der Musikzeitschrift Fono Forum (03/17) und ergänzt:

 

„Ein Saal verändert sich, ohne dass man an den baulichen Gegebenheiten etwas ändert. Das Material ändert sich, das Holz arbeitet, und sowohl die Musiker als auch das Publikum gewöhnen sich an einen Saal.“

 


Das mag – hoffentlich! - alles so eintreten, doch „wo Sie auch sitzen, alle hören gleich gut“ und „optimaler Hörgenuss auf jedem einzelnen Platz“ bleiben eine Legende. Wie in jedem Konzerthaus bieten die einzelnen Sitzplätze im Großen Saal der Elbphilharmonie einen ganz unterschiedlichen Hörgenuß. Jetzt geht es darum, dass dieses ikonographische Bauwerk dauerhaft mit Konzerten erster Güte bespielt wird. Die Architektur darf nicht wichtiger werden als die Bestimmung des Gebäudes. Dabei kann auch das Publikum mithelfen, indem es ambitionierte Konzertprogramme fordert und - bitte, bitte - die "Tritsch-Tratsch"-Polka als Zugabe der Wiener Philharmoniker nach einer Mahler-Symphonie nicht ekstatisch bejubelt.

Wo Sie in der Elbphilharmonie am besten hören und welche Plätze Sie unbedingt meiden sollten beschreibe ich in meinem Beitrag "Elbphilharmonie | Richtige Sitzplätze auswählen".


Dieser Bericht entstand nach zwei Konzertbesuchen im Januar / Februar 2017:

  • Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Semyon Bychkov und Johan Reuter, Bassbariton, mit "Vier Präludien und Ernste Gesänge" von Johannes Brahms, die von Detlev Glanert in eine Orchesterversion transformiert wurden und Symphonie Nr. 1 ("Titan") von Gustav Mahler
  • 6. Philharmonisches Konzert mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Kent Nagano und Christian Schmitt (Orgel) mit Johann Sebastian Bach "Fantasie und Fuge g-Moll BMV 542" und Olivier Messiaen "Offrande et Alléuia final aus "Livre du Saint Sacrement""

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